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2010-07-02 21:48 Persönlich
†Wut und verletztes Vertrauen†
Es sollte wirklich nachgebildete Menschen geben, die genauso aussehen wie das Original, nur damit man ihnen richtig schöne physische Schmerzen zufügen könnte, für das Verhalten der Originale. Beängstigen, dass auch die Abbilder von geliebten Menschen dringend benötigt werden würden.
Auch wenn ich mit meinen Freund viele schöne Seiten gezogen habe, so gibt es doch Eigenschaften, die mich wirklich vor Wut mit dem Messer los gehen lassen, natürlich immer nur alles schön in Gedanken.
Ich bin ein ordentlicher Mensch, ein verdammt ordentlicher Mensch. Dazu auch ein sehr sauberer Mensch, zwar wische ich nicht ständig Staub, aber bei mir ist es immer sauber. 17 Jahre lang war ich dazu gezwungen in einen unordentlichen und dreckigen Haus zu leben, wenn du dich vor der Umgebung in der du leben musst so ekelst wie ich es getan habe, dann kannst du nicht anders als dich irgendwann auch vor dir selbst zu ekeln. Denn auch wenn der eigene Raum sauber und ordentlich ist, du kannst so einem Verhältnis nicht entkommen.
Mein Freund ist nicht der unordentlichste und seine Menge an dreckigen Geschirr ist sicher nicht unüblich bei Personen um die 20, welche alleine leben. Ich habe viel schlimmeres gesehen, bei manch seiner Freunden, aber das ändert nichts daran wie schlimm dies bereits für mich ist.
Ich komm zu ihm und das erste was ich sehe ist die Küche, denn meistens habe ich etwas für den Kühlschrank dabei. Auf dem Herd noch eine Pfanne mit Öl drin und alle Platten sind mit Fett gesprenkelt. Egal wie oft ich ihm sage, man soll Essen langsam erhitzten oder einen Deckel verwenden, er tut es nicht. Vermutlich weil seine Mutter oft so brät, nur macht sie sofort wieder alles sauber. Auf dem Weg zur Spüle stehen dreckige Gläser, nicht schlimm, dort gehören sie ja hin, wenn man gerade nicht abspülen kann. Doch auch im Spülbecken sind dreckige Teller und Gläser, für mich eine der schlimmsten Sachen die man machen kann, etwas dreckiges in die Spüle stellen, so das niemand mehr normal etwas an dieser machen kann.
Ich möchte nicht seine Putzfrau sein und er möchte das auch nicht, aber ich kann so einen Anblick einfach nicht ertragen, selbst wenn ich im Wohnzimmer wäre, das Wissen um diesen Anblick ist da und auch, dass ich es irgendwann wieder betrachten muss. Also spüle ich ab, keine Sache die ich nicht mag, aber die Tatsache, dass ich es jedes mal mache, ich jedes mal diesen Anblick sehen muss, das ist es was mich so unglaublich wütend macht. Jeder hat die Zeit um so etwas zu machen, es muss nicht immer alles sein, einfach mal drei Gläser. Aber nein, er tut es ja nicht, inzwischen heißt es, weil ich ja so oder so alles noch mal spülen würde, ein erstaunlich schlechte Beobachtungsgabe.
Meine Gläser dürfen keine Punkte vom abtrocknen durch die Luft haben, welche oft entstehen wenn man nicht heiß genug oder ohne Spülmittel wäscht, zumindest vermute ich das. Aber es kümmert mich nicht bei den Gläser für seine Gäste, es ist mir egal. Das einzige was ich nach spüle ist, wenn ich einen Teller einräumen will und beim anfassen das Fett spüre, sonst nichts. Und obwohl ich es ihm sagte, eine Änderung sehe ich nicht, denn ich spüle ja weiter ab, um diesen Ekel zu entgehen.
Noch eine andere Sache beschäftigt mich in den letzten Tagen, doch in diesem Fall ist es keine Wut, sondern nur grenzenlose Enttäuschung. Mein Freund hat vor etwa einem Jahr mit dem normalen Rauchen aufgehört, dies hatte er sich für seine nächste/erste Beziehung (die eine Nichtraucherin sein muss) vorgenommen. Das er stattdessen nun intensivst Shisha raucht, was in diesem Maße kein bisschen gesünder ist und ich es ständig einatmen muss, darüber will ich nicht reden. Nun war er für zwei Wochen in England, als er zurück kam bemerkte ich einen anderen Geruch, erst dachte ich es wäre sein neues Deo, doch inzwischen vermute ich doch etwas anderes.
Am Montag waren wieder einmal einige Freunde da, dazu ein Shisha und TV Abend, nichts ungewöhnliches. Da ich am nächsten Tag gleich die ersten zwei Stunden Spanisch hatte, machte ich mich fürs Bett fertig, als der Rest noch da war. Mir kam dann noch der Gedanke, dass ja der Wäscheständer draußen stand, so wollte ich ihn daran erinnern, dass er diesen hereinholt, bevor er ins Bett geht. So ging ich zurück ins Wohnzimmer und war die erste Sekunde verwirrt, er war nicht mehr da, alle anderen schon und eine Person war auf den Balkon. Von einem seiner Freunde kam dann gleich ein "Oho", denn er saß genüsslich mit einer Zigarette da. Ich sagte dazu nichts.
Aber es verletzte mich, enttäuschte mich und vielleicht machte es mich doch ein wenig wütend. Nicht etwa weil er geraucht hatte, das ist seine Sache, auch wenn ich es schwach finde. Die Sache die mich belastete war, dass er eindeutig das hinter meinen Rücken machte, oder es zumindest versuchte. Ich habe ihm wegen dem Rauchen noch nie angesprochen, ihn lediglich darauf hingewiesen, dass ich nicht mehr kommen würde, wenn er unter der Woche Shisha raucht, denn ich möchte das für meinen Körper nicht.
Trotzdem muss er es mir verheimlichen, nein nicht mal nur das, es wirklich hinter meinen Rücken machen und ich finde in einer Beziehung ist dies eines der schlimmsten, von der Seite des Vertrauens. Er musst mir nicht jedes mal nach einen Konzert oder einem Club sagen ob er geraucht hat und wie viele, das interessiert mich nicht. Aber darauf zu warten, bis ich im Bett bin um dann rauchen zu können, was er sicher schon davor wollte, das ist einfach so enttäuschend.
Wenn er sogar das schon hinter meinen Rücken macht, was würde er sonst noch alles tun? So eine kleine Sache wie das Rauchen, aber mit so einer großen Wirkung wie einem wirklich verletzten Vertrauen.
Nach dem das jetzt alles raus ist und ich am heulen bin (Eisenmangel und daraus resultierende psychische Labilität lässt grüßen) gehe ich jetzt abspülen. Ist ja nicht so als ob ich Spanisch für meine letzte Arbeit lernen muss.
Und ich frag mich, ob ich ihm dies nicht einfach morgen zum lesen gebe, die Frage ist nur ob dies nicht schon wieder zu ehrlich und hart ist, dass er am Ende dann verletzt und gekränkt ist.
Kommentare
22:20 02.07.2010
ach weißt du, so sind männer eben. alles reden, meckern und ermahnen hilft nichts. wenn sie von zuhause ausziehen, sind sie generell erstmal ein paar jahrelang schweine. es gibt nicht um sonst den begriff "typischer männerhaushalt". ich selber habe noch keine reine männerwohnung gesehen, in der es sauber war. und wenn man was dazu sagt, ist es ihnen eh egal, weil; die kumpels stört es ja nicht. mein angebeteter hat mir auch schon von wochenaltem schimmligen essen in seiner wohnung erzählt, weswegen ich sie bis heute noch nicht betreten durfte. aber was anderes; wenn du zu ihm kommst und dann grundsätzlich erstmal für ihn abwäscht oder putzt; meinst du nicht, dass er dies vllt ein kleines bisschen ausnutzt? er selbst hat keine lust sauberzumachen und weiß, sobald du kommst, machst du es eh. aber den drang den ekel zu bekämpfen ist natürlich wahnsinnig schwer zu unterdrücken.. |
2010-07-02 21:48 |
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