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viele gl. Ereignisse
2010-03-31 11:11 Persönlich
Bei der Psychologin

Sie hat meine Aufstellung durchgelesen und hat meinem Wunsch zum Aufarbeiten entsprochen.

Folgende Punkte sind wir durchgegangen:
 

Kindheit, Elternhaus, Erziehung

 

-          Meine Eltern weckten nach Aussen immer den Eindruck reich und wohlhabend zu sein. Ich musste mich häufig dagegen wehren. „Du bist doch die Einzige…“ „Dein Vater war doch auch Einzelkind…“ „Da ist doch das Geschäft da…“

 

Mutter: Wer behauptet das?

Ich: Es gibt mehrere Beispiele: Da wäre auch die Schwiemu, sie sagte z. B. >Selbst ausstaffiert bis unter die Zähne, dabei könnte sie mal ihrer Tochter was kaufen.<

 

Therapeutin: Was stört sie daran?

Ich: Ich musste mich immer rechtfertigen. Ich musste immer klarstellen, dass meine Eltern nicht soviel Geld hatten.

Therapeutin: Was stört sie JETZT noch daran?

Ich weiß es nicht. Es ist wohl das ewige Gejammere um das liebe Geld.

-          Als meine Eltern das Rauchen aufhörten, rauchte meine Mutter heimlich weiter. Ich durfte nichts sagen. Kurze Zeit später kam mein Vater unerwartet nach Hause und ich sah nur eine fliegende Zigarette…

 

Mutter: Ja das stimmt, aber es war nur eine kurze Zeit.

 

Therapeutin: (vermutete, das Vater handgreiflich wurde. Ich stellte das aber klar. Vater kam nach Hause und Mutter warf die Zigarette quer durch die Küche in die Spüle.) Was stört sie daran?

Ich: Es war die Heimlichtuerei. Ich durfte nichts sagen. Wie ich immer nichts sagen durfte.

Therapeutin: Sie meinen die Heimlichtuerei, die auch zwischen Großeltern und Eltern war?

Ich: Ja

 

 

-          Ich wollte auf das Gymnasium gehen. „Du tust zu Hause nicht mehr dafür, als unbedingt sein muß.“ (Ich brauche auch heute noch den berühmten Tritt in den Hintern.) Ich schwätzte im Unterricht sehr viel und stand deshalb häufig vor der Türe. Das änderte sich erst, als ich auf die Realschule ging. War das ein Zeichen von Unterforderung?

-          Ich wollte Musik studieren. Doch der Beruf „Fachlehrer für Musik“ wurde zwei Jahre vor meinem Ausbildungsbeginn abgeschafft. Ich hätte ein Hauptfach mit unterrichten müssen. Aber ohne Abi?

 

Mutter: Du hast wirklich nicht mehr als das allernotwendigste getan. Als du dann auf die Realschule gingst wurden deine Noten um eine ganze Notenstufe schlechter. Dann dachten wir, wir hatten richtig entschieden.

 

Therapeutin: Warum haben sie das nicht nachgeholt? Wer ist der Täter?

Ich: Ich.

Therapeutin: Woran lag es, dass sie nicht studiert haben?

Ich: Am mangelnden Geld?!

Therapeutin: Sie sind die Einzige. Es sollte möglich sein, dass Studium mit Jobs zu finanzieren! Wer ist der Täter?

Ich: Ich.

Überlegung: Ich hatte anscheinend keine Lust mehr auf Schule. Oder wollte ich es wieder mal den Eltern recht machten. Drängten sie mich dazu eine Lehre zu machen? Ich weiß es im Moment nicht.


 

Kommentare

22:03 01.04.2010
Ich will keine Rechtfertigung und ich habe mich der Verantwortung gestellt. Ich denke, daß das für jeden Betroffenen wirklich klar geworden ist. Nur muß ich jetzt erstmal das alles verarbeiten - die Vergangenheit zu vergessen ist mir leider nicht so einfach möglich. Ich weiß einfach nicht wer oder was ich bin, und ich suche in der Vergangenheitsbewältigung auch einfach meine Wurzeln.
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20:24 01.04.2010
jede Form der Erklärung und der Rechtfertigung ist ein Versuch, sich der eigenen Verantwortung nicht stellen zu müssen ... meine Liebe ... die Vergangenheit existiert nicht mehr ... nur das heute zählt ... Du bist auf dem Weg und findest Klarheit ...
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2010-03-31 11:11