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2010-03-31 11:19 Persönlich
Bei der Psychologin - 2

-          Mutter: Ihr ist häufig wichtiger was Andere sagen, als das was ich sage. Bezgl. Kinderwunsch: „Ich weiß immer nicht was ich sagen soll….“

 

Mutter: Wir unterhalten uns halt in unserem Alter über solche Themen. Und ich denke das Tipps schon wertvoll sind.

Therapeutin: Drängte sie ihre Mutter zu Kindern?

 

Ich: Sie versucht mich immer in eine Richtung zu drängen. Sie ging davon aus, dass ich Kinder wolle und sagte ich soll unbedingt in eine KIWU-Praxis gehen, obwohl mein Gyn auch alle Methoden der Befruchtung beherrscht. Ich habe halt oft das Gefühl, dass meine Mutter nicht weiß, wie sie auf die Fragen der Anderen reagieren soll.

Therapeutin: Einen neutralen Satz überlegen und diesen sagen.

 

-          Nicht ernst genommen werden! Was der Wanderverein sagt stimmt.

 

Theapeutin: Wie ist das gemeint?
Ich: Egal, was wir sagen, es ist immer richtiger, was der Wanderverein sagt. Es wird jedes Thema breitgetreten. Z. B. Wenn es um Krankheiten geht, mein Arzt sagt mir was, aber was der Wanderverein sagt stimmt.

 

-          Vater: Läßt niemals jemanden ausreden. Fällt immer mitten ins Gespräch mit einem oftmals völlig anderem Thema ein.

-          Meine Eltern haben keine eigene Meinung. Bei Allem werden zig Leute gefragt. Es wird auch schon Jahre vorher erzählt und gefragt, bis das Entsprechende überhaupt aktuell ist. (Autokauf, Hausumbau)

 

Therapeutin: Wie ist das gemeint?
Ich: Mein Vater möchte sich ein Auto kaufen. Er besorgt sich schon 5 Jahre vorher Prospekte und redet darüber. Der Hausumbau vor ungefähr 3 Jahren wurde schon zig Jahre vorher besprochen.



 

-          Vater: „Wir haben immer zuerst geschaut, daß wir die Alete-Gläschen für Dich hatten…“ Schuldgefühle erwecken wollen?

 

Mutter: So war das nicht gemeint. Vater verdiente nicht viel. Es hat uns mit Stolz erfüllt, wenn wir die Gläschen für dich hatten. Sieh es doch positiv.

Ich: Ich mache keine Vorwürfe. Es sind nur Fragen, die ich mir stelle.

 

Therapeutin: Wie ist das gemeint?
Ich: Er erzählte immer, dass sie in allererster Linie darauf aus waren, dass ich versorgt war.

Therapeutin: Es sollte doch mit einem Facharbeiterlohn kein Problem gewesen sein.

Ich: Mein Vater war Beamter und hat wirklich nicht viel verdient.

Therapeutin: Was erwartet ihr Vater dafür von ihnen?

Ich: Ich weiß es nicht.

Therapeutin: Er muß anscheinend etwas von ihnen erwarten. Erwartet er eine Reaktion von ihnen?

Ich: Ich weiß es nicht.

 

-          Vater bei der Geburt, als er meinte, die Hebamme wäre am Telefon: „Was ein Mädchen:“

 

Therapeutin: Wollte er einen Jungen?
Ich: Ich erzählte die Antwort, die mir meine Mutter auf die Frage gegeben hatte: Ihr ging es in der Schwangerschaft gut. Andere sagte zu ihr, dass es ein Junge werden würde, wenn es ihr in der Schwangerschaft gut ginge. Dann kauften sie auch einige Sachen wie z. B. den Windeleimer in blau. Als dann mein Vater in der Klinik anrief und erfuhr, dass es ein Mädchen war. Dann kam eben diese Aussage.

Therapeutin: Hat sich ihr Vater insgeheim einen Jungen gewünscht?
Ich: Ich weiß es nicht.

Therapeutin: Hat es sich in der Erziehung ausgewirkt?
Ich: Ich weiß es nicht. Ich war nicht der Typ, der unbedingt mit Puppen spielte. Ich war oft lieber mit Jungs zusammen, als mit Mädchen. Später, als ich dann lernte, war ich zuerst in einem Büro mit mehreren Frauen, ich fühlte mich dort nicht hundertprozentig wohl. Später war ich dann alleine in einem Büro, dafür waren 20 Jungs in der Werkstatt. Das gefiel mir.

Therapeutin: Hatten sie das Gefühl unerwünscht zu sein? Ich habe nicht das Gefühl.
Ich: Nein

-          Beim Einschulungstest wurde festgestellt, dass ich nur ca. 30% sah. Merkten meine Eltern vorher nichts?

 

Therapeutin: Haben ihre Eltern ihrer Meinung nach nichts unternommen?

Ich: Meine Mutter erklärte mir auf meine Frage hin: Sie waren beim Hausarzt gewesen, weil ich so tapsig gelaufen bin. Ich sei immer bis zum Schwimmbecken gerannt und vorher stehen geblieben. Andere Kinder in meinem Alter seien ohne zu bremsen ins Becken gerannt. Der Arzt schob es auf meine Größe. Als ich dann meine Brille bekam, fiel es auch meinen Eltern auf, dass das alles nicht mit der Größe zusammenhing.

Therapeutin: Also haben ihre Eltern schon etwas unternommen?
Ich: Ja. Das habe ich jetzt erfahren.


-          Meine Kindheit wurde von Hass, Streit, Unzufriedenheit, Heimlichtuerei und Eifersucht geprägt.

 

Mutter: Bestätigte dies ohne Kommentar.

 

Ich zur Therapeutin: Ich habe meiner Mutter alle Zettel vorgelegt und bin sie mit ihr durchgegangen. Und sie hat mir alles beantwortet. Ich habe ihr damit sehr weh getan. Aber ich hatte das Bedürfnis, alles einmal grundlegend zu klären.

Therapeutin: Ihre Mutter ist darauf eingegangen. Mit meiner Mutter wäre das nicht möglich gewesen.
Ich: Ja, ich hatte meine Mutter vorgewarnt und ihr auch ausdrücklich gesagt, dass ich ihr keine Vorwürfe mache. Aber das ich Erklärungen für mein Verhalten finden möchte und mich dadurch besser verstehen möchte.
Therapeutin: Ich habe es so selten erlebt, dass Mütter sich auf solche Gespräche einlassen. Immer wird erstmal alles abgestritten.
Ich: Nein, sie hat nicht abgestritten. Sie hat Vieles bestätigt. Klar, rechtfertigt sie sich jetzt in einigen Bereichen. Einiges gibt es wahrscheinlich auch noch abzuklären. Aber sie hat mir meine Fragen beantwortet.
Therapeutin: Meine Mutter lässt sich nie auf ein solches Gespräch ein. Da wird sofort alles abgestritten.
Ich: Ich habe meiner Mutter hinterher gesagt, dass ich mich ihr näher fühlen würde, als je zuvor. Und sie hat dieses Gefühl ebenfalls bestätigt.
Therapeutin: Das ist gut. Immer wenn ich ein Gefühl der Nähe zu meiner Mutter hatte, war es beim nächsten mal wieder weg.
Ich: Ja, ich habe auch das Gefühl, dass die Nähe noch schwankt. Aber ich denke wir arbeiten beide daran.
Therapeutin: Ihre Mutter arbeitet daran?
Ich: Ja, ich habe schon den Eindruck, dass sie daran arbeitet. Sie hat zumindest versprochen, sich zu ändern, was die Besuche betrifft.

Therapeutin: (Sie konnte es gar nicht fassen, dass meine Mutter zur Mitarbeit bereit ist)

 

-          Sexueller Missbrauch mit 14 Jahren: Zum erstenmal hatte ich im Urlaub ein eigenes Zimmer. Dieses lag im Dachgeschoß genau überhalb des Zimmers meiner Eltern. In der dritten Urlaubsnacht war ich alleine im DG untergebracht. Der Hotelwirt passte mich mit geöffnetem Hosenschlag vor meinem Zimmer ab. Er steckte mir die Zunge in den Hals und fragte mich, ob ich sein bestes Stück anfassen wollte. Ich weiß nicht mehr, wie ich ihn losgeworden bin. Aus der späteren Erzählung heraus hatte ich wohl geschrieen. Meine Mutter hat den Wirt unverzüglich darauf angesprochen, und er beteuerte, dass nichts mehr passieren würde und wir bitte auf keinen Fall zu Polizei gehen sollten. Am nächsten Tag suchten wir nach einer anderen Unterkunft und fanden aber nichts. Angeblich überließen meine Eltern mir die Entscheidung, ob wir nach Hause fahren oder bleiben wollten. Ich entschied mich angeblich für’s bleiben. Tatsächlich weiß ich von dem Moment an, als ich die Zunge im Hals hatte nichts mehr. Ich habe das komplett ausgeblendet. Meine Mutter hat mir das jetzt alles noch mal erzählt.  Aber war ich damals wirklich in der Lage, diese Entscheidung bzgl. Heimfahrt zu treffen?

 

Ich zur Therapeutin: Ich habe Probleme mit der Weiblichkeit.

Therapeutin: Wie?
Ich erzählte ihr von meiner Erfahrung mit meiner Querflötenlehrerin diesbezüglich.

Ich: Ich ziehe nicht gerne Röcke an, oder Schmuck, oder so. Ich lege da einfach keinen Wert darauf. Mutter würde das halt gerne bei mir sehen.

Therapeutin: Ist ihre Mutter ein Typ, der sich gerne auftackelt?
Ich: Nein, eigentlich nicht, aber sie achtet schon sehr auf ihr Äusseres. Mir dagegen reicht ein Schlabberpulli und Jeans, ich fühle mich darin wohl. In anderer Kleidung fühle ich mich einfach nicht wohl.

Therapeutin: Gab es die Problematik mit der Weiblichkeit schon vor dem Missbrauch?
Ich: Ich weiß es nicht.

Therapeutin: Hätte ihr Vater lieber einen Jungen gehabt?
Ich: Ich denke eigentlich nicht. Aber ich weiß es nicht.
Therapeutin: Haben sie von ihren Eltern eine andere Handlung nach dem Vorfall erwartet?
Ich: Ich weiß es nicht.

Ich: Ich habe sexuelle Probleme, und die führe ich darauf zurück.

Therapeutin: Haben sie mit ihrem Mann darüber geredet?
Ich: Ja, er weiß von Anfang an Bescheid.

Therapeutin: Haben sie mit ihrem Mann darüber geredet, was man ändern könnte.

Ich: In letzter Zeit reden wir schon ab und an über das generelle Problem.

 

Das Thema wurde nun noch auf die nächste Sitzung vertagt.

 

Kommentare

22:05 01.04.2010
Ich weiß im Moment nicht, wo oder was mein "heutiges" Leben ist. Ich versuche meine Wurzeln zu finden und gleichzeitig aber auch neue Weichen zu stellen. Aber ich weiß einfach noch nicht, in welche Richtung ich mich bewegen soll. (Beruflich, Hobbymäßig, Privat usw.)
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20:25 01.04.2010
ich weiß nicht, ob es einfacher ist, sich dem gegenwärtigen Leben zu stellen ... aber ich weiß sicher, daß es mehr bringt ...
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01:43 01.04.2010
tja, das leben und das aufwachsen ist schon ziemlich komplex und vieles ist schief (sehschwäche) und mies (zungenwirt) gelaufen. trotzdem weiß ich nicht so recht, ob das "therapieren", sprich "besprechen" wirklich für's weitere leben hilft, das ja nun auch nicht mehr ewig dauert ob man sich es nicht einfacher machen kann? ich, für mich, würd's probieren
Good luck!
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2010-03-31 11:19