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2010-06-24 10:46 Persönlich / Gr. WoMo Reise
So, 20.06. Monte St-Michel - Domfront

Wir haben wunderbar geschlafen, bis - ja bis - diese Vögel wieder lautstark den beginnenden Tag verkündet haben. Die haben sich schier einen Wolf gepfiffen, bis ich endlich um 06.10h aufgestanden bin. Pius scheint das nichts auszumachen, der trotzt schlafend dem Gepfeiffe. Mir ist es recht, ich nutze den Strom, um mein Tagebuch zu überarbeiten und Fotos raus zu suchen, dann möchte ich heute Morgen noch die bisherigen Tage wieder ins Netz stellen, vielleicht wartet ja schon jemand darauf.

 

09.30h geht es los. Der Camper hat frisches Wasser, WC ist geleert, wir haben gefrühstückt und sind voller Tatendrang. Auf dem Campingplatz muss man ja mal auschecken. Wir haben gestern einen grossen Parkplatz etwa 2 km von hier gesehen, da stellen wir unseren Camper hin und fahren wieder mit dem Fahrrad zum Mont St-Michel, dieses Vergnügen wollen wir uns nicht nehmen lassen.

 

Heute haben wir die Sonne im Rücken, dafür den Wind im Gesicht. Naja, verbrennen wir halt ein paar Kalorien mehr. Gestern ist mir aufgefallen, dass keiiin Mensch einen Velohelm trägt, ausser wir. Da dieses Ding so kleidsam ist, hätte ich es gerne weggelassen, aber nach dem kleinen Beinaheunfall von gestern Abend denke ich nicht weiter darüber nach und ziehe ihn ohne zu nörgeln an. Heute treffen wir dann doch ein paar Farradfahrer, die auch einen Helm tragen, wir sind also nicht völlige Idio… ähm, Exoten. Unter anderem treffen wir eine Familie mit einem etwa 10 jährigen Jungen. Ich höre die Mutter schon sagen: „Siehst Du, die haben auch einen auf.“ Wir sind ja solche Vorbilder!

 

Wir kommen an den Mühlen vobei: „Nein, euch werden wir heute nicht beehren, nach dem Schreck von gestern.“ Wir kommen an dem andern Campingplatz vorbei: „Na, gut geschlafen?“ (hihihihi)

Wir kommen auf den Damm: „He, wo ist die Sonne ?!“

Leider ist es nicht so strahlend wie gestern, es hat doch viele Wolken, obwohl der Wetterbericht hemmungslose Sonne versprochen hatte. Lügner! Aber zwischendurch zeigt sie sich und ich kann doch noch ein tolles Fotos schiessen.

 

10.00h, wir haben den Felsen wieder fast für uns. Die Pauschaltouristen sind wohl noch am frühstücken. Herrlich. Oh, meine Knie, nach dieser Velotour gegen den Wind habe ich ganz weiche Knie und soll nun all diese Treppen rauf, oh neiiin! Aber es lohnt sich, die Aussicht ist so grandios.

 

Heute gehen wir einkaufen. Nein, keine Relique (ein Haar von Christus, oder so ähnlich), wie noch vor  1000 Jahren, heute kaufen wir T-Shirts, das kann man immer gebrauchen. Dann gehen wir eine Crêpe essen. Wir fragen uns noch: „was ist wohl „farine de blé noire“ ?“ Jetzt wissen wir es: dunkles Mehl aus Blé (keine Ahnung Weizen/Gersten/Roggen??), eine Spezialität aus der Bretagne. Mir schmecken die Crêpes aus weissem Weizemmehl besser. Hier ist sowieso alles ein wenig bretonisch angehaucht, obwohl wir noch in der Normandie sind. Der Cidre ist aus der Bretagne und mein Apfelsaft auch.

 

Es ist 12.00h, langsam füllen sich die Gassen und der Parkplatz, Zeit zu gehen. Wir schauen noch bei der Biscuits-Fabrik vorbei: Oh, soo viele gute Sachen. Wir gehen den Camper holen, bevor wir einkaufen, mit dem Fahrrad ist das nicht so gut.

 

Es ist viel Gegenverkehr und viel Gegenwind. He, zweimal Gegenwind, ist das nicht gesetzlich verboten? Keuch!

 

Und nun, wohin des Wegs? Nun geht es nach Hause. Noch 902km bis nach Hause, in 8 Std wären wir da, gemäss Navi. Langsam, langsam, wir haben ja noch ein paar Tage. In Mortain soll es 2 schöne Wasserfälle und einen Stellplatz haben, das ist unser nächstes Ziel.

 

14.00h, Mortain, ich bin müde. Langsam macht sich die kurze Nacht und die körperliche Anstrengnung bemerkbar. Der Stellplatz ist geschlossen, die haben hier ein Musikfestival. Dieses Wochenende scheint in ganz Frankreich Musikfestival zu sein. Wir stellen uns trotzdem hin, irgendwo an den Rand und legen uns für eine Stunde aufs Ohr.

 

15.00h, und nun? Der Parkplatz hat sich gefüllt, irgendwer stimmt seine Gitarre (oder ist das etwa Musik?) Es wird applaudiert. Entweder hat er seine Gitarre super gekonnt gestimmt oder es war doch Musik…

 

Wandern? Zu den 2 Wasserfällen? Wie wenn wir nicht schon genug Wasserfälle gesehen hätten. Wir waren in Iguazù, was wollen uns diese zwei Rinnsale schon bieten. Ich bin faul und hier übernachten möchte ich sowieso nicht, irgendwie sind wir auch im Weg, fahren wir weiter.

 

Wir fahren nach Vire, wie im WoMo-Führer beschrieben. Wieso eigentlich Vire? Auf meiner Reiseplanung steht gaanz was anderes. Vire ist öde. Die haben hier zwar auch ein Fest, die Musikgesellschaft gibt sich die Ehre, aber es ist trotzdem öde. Der junge Dirigent trägt einen schwarzen Frack - aus Samt! - und Jeans, was für eine Kombination.

 

Ich hatte raus geschrieben, wir müssten nach Domfront, eine mittelalterliche Stadt und weiter nach Carrouges auf der Burg ein Rittermahl mitmachen und nach Sées. Wieso fahren wir nicht auf meine Route? Wir korrigieren den Fehler und machen uns auf nach Domfront. Hoffenlich war das kein Fehler. In Vire hätten wir wenigstens den Bäcker gleich nebenan gehabt und der Platz war eben und ruhig. Was werden wir in Domfront antreffen? Der WoMo-Führer geht nicht über Domfront, werden wir einen Stellplatz finden?

 

Um 17.30h treffen wir in Domfront ein, was für ein tolles Städtchen! Alte krumme Häuser, enge Gassen, schöne Kirche. Wir folgen den Schildern: „Parkplatz“ und „Panorama Parkplatz“, na also, was wollen wir mehr, hier ist es ruhig, gerade UND hat Aussicht. Jetzt müssen wir nur noch den Bäcker finden. (Koordinaten: N 48°35.651‘, W 0°38.919‘).

 

Zum Abendessen gibt es Entenbrust mit Blumenkohl, Karotten und Kartoffeln mit Crème Fraîche. Lecker. Zum Dessert gibt es Aprikosen Crêpes. Wir hatten vor ein paar Tagen 5kg Aprikosen für € 11.85 gekauft. Bei diesem Preis konnte ich einfach nicht wiederstehen. Mittlerweilen sind einige etwas faul, wir schneiden alle lästigen Stellen weg und machen Kompott. In Ermangelung einer billigeren Alternative schütte ich einen guten Schluck von unserem 20jährigen Calvados hinein, hmmm, lecker! Die Crêpes habe ich heute fertig bei dieser Biscuterie gekauft.

 

Nachdem wir also zum zweiten Mal an diesem Abend Geschirr gewaschen und Küche aufgeräumt haben, geht Pius Strom holen und es gibt sogar vom guten Kaffee und das gratis und frei Haus (wir haben auf dem Parkplatz eine Stromdose entdeckt, wozu wäre die da, wenn nicht zum stromabzapfen?).

 

Es ist 20.30h ich kann in aller Ruhe Tagebuch schreiben und Fotos sortieren und muss nicht immer auf den Akku achten. Draussen ist es herrlich sonnig, aber kalt. Der Kirchturm in der Nähe verkündet zuverlässig jede Viertelstunde lautstark seine Zeit, das wird gemütlich. Brave Schweizer, wie wir sind, plagt uns dann doch das schlechte Gewissen. Nachdem ich fertig gezapft habe, stecken wir den Strom für die Nacht wieder aus. Wir können ja morgen nochmals kurz zapfen gehen, wenn wir Kaffee trinken wollen.

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Kommentare

03:26 13.08.2010
na das war doch ein schöner tag
Good luck!
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12:53 24.06.2010
Hach, Mont Saint-Michel - da werden Erinnerungen wach.
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2010-06-24 10:46